Kopfbild_mdrza_Banner2012.jpg
05.09.2017 erstellt von: Detlev Dieckhöfer


OB-Wahl 2017 - Fragen des ADFC an die Kandidaten

Radwegschild-Ende

Zur Oberbürgermeisterwahl am 10. September in Offenbach
10 Fragen des ADFC zum Radverkehr in unserer Stadt

Die Antworten von Peter Freier (CDU), Felix Schwenke (SPD), Peter Schneider (Grüne), Elke Kreiss (Linke), Christin Thüne (AfD), Helge Herget (Piraten) haben wir nun ausgewertet und zusammengefasst.


Stadtradeln2017-a

Die Frage nach den stärksten Defiziten im Offenbacher Straßenverkehr beantworten Schwenke und Schneider mit der Feststellung, es fehle ein Radwegenetz. Schneider meint, Radfahrer sollten mindestens mit den Autofahrern gleichberechtigt sein, und Kreiss weist auf die Benachteiligung von ÖPNV, Fußgängern und Radfahrern hin. Thüne beklagt die Unfreundlichkeit der Busfahrer. Freier sieht den schlechten Zustand vieler Wege als Problem, sowohl für Rad- und Autofahrer, als auch für Fußgänger.
Die Frage nach den Mitteln zur Beseitigung der stärksten Mängel beantworten Schwenke und Schneider mit der Forderung nach größerem finanziellem Engagement von Bund und Land. Dabei geht Schneider noch einen Schritt weiter, indem er die städtischen Mitarbeiter zu hohem Einsatz in dieser Frage motivieren will. Freier verweist im Rahmen des Koalitionsvertrages auf ein Bündel von Maßnahmen, das im engen Rahmen des finanziell Möglichen ein Schritt nach vorne bedeutet. Kreiss möchte zusammen mit dem ADFC dazu ein Konzept entwickeln, und der Pirat möchte an alle möglichen Fördertöpfe herankommen und die Sparkasse um eine Million erleichtern.
Ob sie sich ein Ziel für die Beseitigung der Verkehrsmängel gesetzt hätten, dazu spricht Schwenke von Gesprächen mit Zielgruppen. Schneider wird da inhaltlich, indem er die Mobilitäterweiterung mit dem Klimaschutz in einen Zusammenhang stellt. Freier setzt neben Ausweitung des ÖPNV und E-Bussen auf Fahrradstraßen in den Innenstadtquartieren (ein vom Bund gefördertes Konzept hierzu liegt dem Magistrat vor). Herget zielt weiter, indem er Offenbach „zu einer der fahrradfreundlichsten Städte“ machen will.
Wie könnte man die Lebensqualität der Stadt erhöhen? Schwenke denkt da an die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, an die Verbesserung der Angebote für mehr Mobilität und den Ausbau des Anlagenrings von Main zu Main. Schneider möchte gesundheitsgefährdende Einflüsse systematisch eindämmen, und Kreiss will die City autofrei gestalten und auch dadurch mehr Sicherheit für die Radler erreichen. Herget denkt an die Vermietung von Elektrofahrrädern, während Thüne die Stadt dadurch entlasten will, indem der Individualverkehr zu „verflüssigen“ wäre.
Dass der Einzelhandel in der Innenstadt die Radfahrer nicht sehr schätzt, kann Schwenke schon verstehen und möchte ihm mit einer Verschönerung der City entgegenkommen, während Schneider und Freier den Einzelhandel nicht durch fahrradfahrende Kunden im Nachteil sehen. Rücksichtnahme sei natürlich überall erforderlich, nicht nur in der Fussgängerzone. Thüne will dem Handel in der Fußgängerzone überhaupt keine Radler zumuten. Im Gegenteil dazu sieht Herget die Lösung in mehr Bürgerbeteiligung und weist auf die dazu passende Kampagne „Offenbach fährt fair“.
Ob denn Radwege auf Kosten von Parkplätzen gewonnen werden könnten, fragte der ADFC. Während Schwenke dem nicht viel abgewinnen kann, findet es Schneider „interessant, Autos von der Straße wegzubekommen.“ Während Kreiss die Idee nicht so hinreißend findet, stellt sich Herget gegen das Ausspielen gegenläufiger Interessen. Von Thüne kommt ein klares Nein – gerade im Interesse des Einzelhandels. Auch Freier verneint diese Idee, da die Parkplatzsituation bereits jetzt problematisch sei.
Wie könnte Offenbach erreichen, dass viel mehr Strecken mit dem Rad zurückgelegt werden? Mehr Radwege, mehr Pedelec-Verleih und mehr vorrangige Straßen für die Radler könnten dies nach Schwenke richten. Schneider sieht in Maßnahmen für mehr Sicherheit für die Radfahrer, besonders mit dem Bau von Fahrradstraßen und Fahrradparkhäusern vielversprechende Lösungen. Thüne hält diese Perspektive für wirklichkeitsfremd und sieht darin nur Wunschdenken.
Die Forderung des ADFC nach Investitionen für die Verbesserung der Radfahrbedingungen in Höhe von jährlich 25 EUR pro Einwohner löst nicht direkt Begeisterung aus. Schwenke will sich nicht auf eine konkrete Zahl festlegen und empfiehlt, sich Unterstützung von Bund und Land zu holen. Während Schneider vor der „gigantischen Summe“ (ausgerechnet wären das 3,3 Millionen) schier zurückschreckt und auch Freier diese Summe angesichts anderer Aufgaben für nicht darstellbar hält, sagt Kreiss ganz cool: „..auf jeden Fall machbar!“ Thüne hingegen: „Nicht finanzierbar“, aber Herget hält zumindest 1 Million jährlich für vertretbar.
Ob nach dem Muster der Mühlheimer Straße nicht auch die anderen 4 Ausfallstraßen einen fahrradgeeigneten Ausbau erhalten sollten – das finden außer Thüne alle Befragten für besonders wichtig. Schwenke, Herget und Schneider denken dabei auch an alternative Parallelführungen und verweisen auf das ADFC- Konzept der Fahrradstraßen. Kreiss will dabei die Sicherheit der Radler gewahrt wissen. Freier hält zunächst eine Untersuchung durch Fachleute für sinnvoll.
Mit der letzten, der zehnten Frage geht es dem AFDC um die zentrale personale Zuständigkeit für die Förderung des Radverkehrs im Rathaus. Schwenke und Thüne sehen darin keine Notwendigkeit, Schneider hingegen möchte zwar keine Neueinstellung, befürwortet aber bei „gestiegener Priorisierung“ des Radverkehrs eine Umschichtung, um entsprechende Ressourcen zu gewinnen. Herget tendiert auch in diese Richtung, und Kreiss fordert „ … eine koordinierende Stelle, die Planungen und Ergebnisse zusammenführt und für die Umsetzung sorgt.“ Freier verweist auf die Zuständigkeit und Entscheidungsfreiheit der betroffenen Dezernate und Ämter.

Resümee des ADFC:
Alle Kandidaten mit Ausnahme von Frau Thüne (AfD) stehen den Erfordernissen einer Förderung des Radfahrens positiv gegenüber. Das gilt insbesondere für Herget (Piraten) und Kreiss (Linke). Beide stehen nicht in Regierungsverantwortung, das erleichtert ihnen die Formulierung ihrer Positionen. Freier (CDU), Schwenke (SPD) und Schneider (Grüne) kennen sehr genau die finanzielle Lage der Stadt und sind entsprechend vorsichtig mit ihrer Zustimmung, jedoch grundsätzlich zu Maßnahmen bereit, die den Radverkehr fördern.




Bildergalerie

Radfahrer frei

600-mal angesehen




© ADFC 2019

Sei dabei
Meldeplattform
lass Dein Rad codieren
Facebook-Logo160
Offenbach fährt fair
Bus-OFF-175
Stadtradeln