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25.06.2021 erstellt von: Henning Kühl


Aus BikeOffenbach das Optimale herausholen! Schnell und einfach die Fahrradstraßen sicherer machen

Bleichstraße 20210604

Der ADFC Offenbach freut sich darüber, dass in wenigen Monaten das Projekt Fahrradstraßen(-Stadt) Offenbach endlich vollkommen realisiert sein wird. Nachdem das Projekt in 2017, auch mit Hilfe des ADFC entwickelt wurde, konnte die Stadtverwaltung es über einen Förderantrag beim Bundesumweltministerium über das Programm „Klimaschutz durch Radverkehr“ erfolgreich finanzieren, nachdem das Stadtparlament dem Projekt einstimmig zugestimmt hat. Nur noch einige nützliche Verbesserungen und Markierungen wie in der Geleitstraße, Luisenstraße oder in der Schumannstraße werden aktuell noch abgearbeitet.


Fahradstraßen-OF (2)

Das Projekt BikeOffenbach ist ein großer Schritt zur Weiterentwicklung der Radinfrastruktur in Offenbach. Die sechs Radachsen und die neun Kilometer Fahrradstraßen sind ein enormer Fortschritt und Verbesserung für den Radverkehr. Es ist sehr erfreulich, dass das Projekt beendet werden kann, denn das war aufgrund finanzieller und politischer Unsicherheiten nicht immer zu erwarten.

Als sehr wichtig empfindet der ADFC jedoch noch die ausstehenden Maßnahmen auf der Sprendlinger Landstraße außerorts in Richtung Neu-Isenburg. Wir erhoffen uns einen erfolgreichen Testversuch in Zusammenarbeit mit HessenMobil, damit aus der bisher völlig ungenügenden Verbindung in Zukunft eine sichere Strecke für den Radverkehr zwischen Offenbach und Neu-Isenburg werden wird, mit der man auch gut die künftigen Radschnellverbindungen, die durch oder zu diesen beiden Orten führen, erreichen kann.

Die erbrachten Leistungen und durchgeführten Maßnahmen von BikeOffenbach sind wichtig und sinnvoll gewesen. Allerdings brachten jedoch die Umfragen durch den ADFC(-Klimatest) oder den Radentscheid Offenbach deutlich zum Ausdruck, dass sich einige Radfahrer:innen auf vielen Abschnitten der Fahrradstraßen nicht sicher fühlen. Auch in den lokalen Zeitungen hat entsprechende Kritik eine Plattform erhalten. Auch wir vom ADFC Offenbach beschäftigen uns schon länger kritisch mit den Strecken. Daher möchten wir das baldige Ende des Projektes erneut zum Anlass nehmen, zu fordern, dass es noch zusätzliche Maßnahmen geben muss, damit ein sicherer Radverkehr auf den neu eingerichteten Fahrradstraßen möglich ist.

Als effektives Instrument der Verkehrsberuhigung und flankierende Maßnahme für gute Fahrradstraßen haben sich modale Filter erwiesen. Sie sind immer dann sinnvoll, wenn Quartiere unter zu viel Schleichverkehr leiden und Straßen vom Durchgangs- oder Ausweichverkehr zu stark belastet werden. Dies trifft gerade auf die Fahrradstraße in der Senefelderstraße zu. Der Bau eines diagonalen Filters entweder an der Kreuzung Liebig-/Gustav-Adolf-Straße oder bei der Kreuzung Christian-Pless-/ Hermannstraße könnte daher eine gute Lösung sein. Dies könnte gerne als Modellversuch geschehen, wobei durch den Zeitraum der Kanalarbeiten bekannt sein könnte, wie der Verkehr alternativ fließen würde. Dadurch würde auf dem Abschnitt tatsächlich der Durchgangsverkehr eingeschränkt werden, wenn der Autoverkehr nicht mehr durch die komplette Straße durchfließen könnte. Nach der bisherigen Erfahrung ist es durch den Ordnungsdienst nicht möglich bzw. erheblich zu aufwändig, den Durchgangsverkehr effektiv zu kontrollieren. Nur durch bauliche Maßnahmen wie mit einem modalen Filter, ist es dies auch kostengünstig zu gewährleisten. Ein gutes Vorbild für eine solche Maßnahme könnte der modale Filter in der Fahrradstraße in der Hindenburgstraße in Esslingen sein. Dort hat man durch einen modalen Filter die Verkehrssicherheit enorm erhöhen können, nachdem es in der Fahrradstraße längere Zeit zu Unfällen gekommen ist.

Zudem gibt es mehrere Fahrradstraßen, bei denen sich die Radler:innen unsicher fühlen, weil es zu eng ist, insbesondere wenn Ihnen Autos entgegen kommen, wie z.B. die Bleichstraße. Gerade bei größeren Fahrzeugen, wie SUV’s oder Lieferfahrzeugen kann es so eng werden, dass sich die meisten Fahrradfahrer nicht mehr auf die Straße trauen, und entweder auf andere Wege oder sogar auf die Gehwege ausweichen. Dies sollte nicht passieren und auch gerade durch die neuen Fahrradstraßen verhindert werden. Daher fordert der ADFC Offenbach die Stadt Offenbach dazu auf, auf der kompletten Fahrradachse 4 das Parken nur noch einseitig zu ermöglichen. In dem aktuellen Zustand, in der nahezu überall beidseitig geparkt werden kann, kommt es laufend zu Konflikten. Man muss auch vom Main kommend, über die Austraße und den Mathildenplatz vernünftig und schnell mit dem Fahrrad zum Dreieichpark fahren können. Auf der Bleich- und der Geleitstraße braucht der Radverkehr mehr Platz. Auch auf dieser Achse wären Diagonalsperren im Sinne der Radfahrenden sehr hilfreich, um Durchgangsverkehr zu vermeiden.

Der ADFC Offenbach hält diese beiden Maßnahmen für notwendig und erforderlich, damit aus BikeOffenbach tatsächlich ein gelungenes Projekt wird, dass den Radverkehr nicht nur voranbringt und ihm hilft, sondern dass es auch ein Projekt wird, das den Radverkehr in der Stadt und insbesondere in der Innenstadt sicherer macht und auch somit eine Motivation für eine häufigere Fahrradnutzung sein kann. Das was hier in den letzten Jahren geschaffen wurde, sollte so gut geregelt und gebaut sein, dass wir alle es noch jahrelang gut und gerne mit dem Fahrrad benutzen können.

https://www.adfc.de/fileadmin/user_upload/Doku-158-Radverkehr-DStGB-ADFC_comp.pdf
https://www.adfc.de/artikel/modale-filter-beruhigen-quartiere-und-schaffen-platz


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